Dumm gelaufen, krumm gelaufen

Am heutigem Tag es mit 2 Sanierungen aufnehmen.
Für beide waren wir wie gewohnt ausgestattet mit veschiedenen Sonderbauteilen.

Die ovale Sonderanfertigung

Pünktlich wie vereinbart in Geisenheim gelandet wusste wir, dass uns bei üblichem Regenwetter ein Dach erwartete, welches nicht mit ausreichend Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet war.
Mit Klettergurt gesichert auf der Dachspitze stehend ging es dann lost, wir wussten, es kann nur gut gehen, das ovale Rohr passt in den Schornstein und so wurde Element für Element auf dem Dach zusammen geschoben und herab gelassen.

Doch dann kam das Unerwartete schlechthin:
Nach ca 6m stockte es, wir kamen einfach nicht weiter.
Den akkubetriebenen Baustrahler in die Feuerungsanschlußöffnung hinein gehalten liess es erkennen, hier kommt nicht „olles Programm“ an Ausleuchtung oben an.

Was war das, was ist da los ?

Die exakte Höhe ermittelt mit der 162mm Krone eine Öffnung in die Wand gebohrt hinter der sich der Schacht befindet offenbarte dann den schrägen Verlauf denn es wurde bloß die Hälfte des Schachts frei gebohrt :-/
Doch das war nicht alles denn auch bis hier hin kam unsere Ausleuchtung nicht an.
46 cm tiefer den Kernbohrer angesetzt folgte dann der Hauptgrund des vorzeitigen Abbruchs.
Der Schacht war nicht nur „schräg“ geführt sondern hatte im Übergang zwischen den Geschossen noch einen Versatz von etwa 8-9cm.

Hier müssen Bögen her !
Nur so würden wir bei der nächsten Runde die Kurve kriegen.

Neue Flamme für alte Bäckerei

Nichtsdestotrotz, bei der darauf folgenden Baustelle war uns bekannt, dort herrscht kein Platzmangel sondern es war ein „Spezialauftag“ der besonderen Art…
Vom Kunden mit Werkzeug, bereits von uns angeliefertem Material vorbereitet positioniert sowie ausreichender Beleuchtung ausgestattet wurden wir hier hochmotiviert erwartet nach dem Motto:
„Schon spät, mal schauen was noch geht“
Eine Verzögerung ergab sich, da 2mm bei der vorbereiteten Bohrung fehlten.
Leider passte das sonderangefertigte Doppelwandfutter welches einen ganzen Meter lang war nicht durch den 70cmvorgebohrten Schacht.

Abwechselnd bohren wurde diese Anschhlußbohrung dann mit unserer 225mm Krone auf ein ausreichendes Maß gebracht.
Der (im fachlich sowie wahrsten Sinne des Wortes) bestreitbare Schornstein hatte einen Durchmesser von etwa 1m x 1m und stand „an“ der alten Bäckerei.
Leider geil, hier können wir gemütlich an den metallischen Steigeisen hinauf klettern und den Schornstein an eineder Innenwände befestigt nach und nach hoch ziehen.

Einen etwas „schräg- krummen“ Verlauf nahmen wir an der Einstiegsseite vor, so dass die Reinigung und
Überprüfung „ohne“ den eigentlichen Schacht zu betreten vorgenommen werden kann.
Hierzu wurde unter der Reinigungstür mit Kondensatschale ein etwa 25cm hoher Kalksandstein positioniert auf dem das Sanierungsrohr „fürs Erste“ seinen halt fand.
Direkt über der Tür mit einem 30Grad Bogen, einem Meterelement und einen weiteren 30Grad- Bogen folgten dann weitere meterlange Längenelemente bis zum obersten Schacht hinaus welcher sich oben leicht verjüngte.
Befestigt mit den Standard Würth- Edelstahlschrauben fanden die Verlängerung der Abstandhalter einen solch soliden Halt in den hart gebrannten Klinkersteinen, dass nun auch diese künftig zum auf- und absteigen Verwendungfinden könnten 😉

Während sich mein Monteur im oberen Bereich mit den Spinnen anfreundete konnte ich mich unten entscheiden ob der Jahrhundertstaub -und Dreck mir in den Nacken, in die Augen oder beim angeben der Rohrelemente in den Ärmel fällt.
Motiviert gekonnt holten wir nach gekonnter Absprache zudem noch den 12kW Heizkamin Ofenausatz von der Palette und stellen ihn vor den Feuerungsanschluß ab.
-Also nicht mal eben, die meißte Last zum schieben übernahm eine Hubwagen- Ameise aber der Ofen landete exakt mittig wie gewünscht vor der Anschlußbohrung.
Die berechnete Vejüngung (vom25mmStutzenauf20mmOfenrohr) montiert und angeschlossen war das Werk vollbracht.

Fraglich, wer von uns allen glücklicher war, der Bauherr, dass wir „volles Programm“ durchführten das wir
mittlerweile fast Mitternacht hatten oder wir, es hinbekommen zu haben wenigstens eine der „Spezial-AuftragsBaustellen“ vollendet zu haben.
Nichts ist unmöglich mit richtigen Team ohne dass und so vieles anderes einfach gar nicht annehmbar und durchführbar wäre.
So ist es, wenn man das Glück gepachtet hat und mit „den Besten“ zusammen arbeiten darf !